Beim Forschungs- und Handlungsgegenstand Diversität geht es zunächst darum, die Vielfältigkeit des menschlichen Zusammenlebens, gesellschaftlicher Normen und Regeln und individueller Überzeugungen zunächst einmal als gesellschaftliche Realität wahrzunehmen. Auf der Ebene der Lehrkräftebildung stellt sich die Herausforderung, wie es gelingen kann, starre ausgrenzende Mechanismen in Systemen zu erkennen und Bildungsmöglichkeiten zu erweitern, denn die Chancenverteilung innerhalb exkludierender Gesellschaften scheinen perpetuierend zu sein ( vgl. Allman, 2013).
Ein Teilbereich dieser Diversität betrifft die Vielfalt menschlicher Begabungen. Dabei liegt der Fokus einer pädagogisch argumentierten Begabungsförderung weniger auf der Betonung bestimmter Fördermaßnahmen für besondere Gruppen (z.B. Hochleister in der „Begabtenförderung“) als vielmehr in der Suche nach Antworten, wie Kinder und Jugendliche lernen können, mit ihren diversiven Stärken (aber auch Schwächen) ihr Leben selbstbestimmt zu leben und sich damit sinnvoll für die Gesellschaft einzubringen. Die Gesellschaft steht wiederum vor der Aufgabe, mit dieser Diversität sinnvoll umzugehen, um sich damit weiter entwickeln zu können.
Hansen bezeichnet diese pädagogische Perspektive „Begabungsgestaltung“ und betrachtet Bildungsvoraussetzungen unter ihren kollektiven Rahmenbedingungen, damit Menschen ihre Begabungen in den (jeweiligen) kollektiven Gruppen gestaltend einbringen können (vgl. Hansen 2012, 51f)
Die Reflexion dieser beiden Spannungsfelder (Diversität und Begabung), die es situationsangemessen zu bearbeiten gilt, gehört zu den zentralen Kennzeichen professionellen Handelns im Lehrberuf ( vgl. Ilien, 2009). Am Lehrstuhl versuchen wir das Potenzial des Capability Ansatzes ( Sen/ Nussbaum) für diese Fragen zu nutzen.
2023
2022
2021
2019
2012
2011