Projekte
Laufende Projekte
Passauer Zeitzeugen über Diktaturerfahrung und Flucht: Perspektiven für die Demokratiebildung
Das Oral-History-Projekt befragt Zeitzeug*innen aus Passau zu Diktaturerfahrungen in der DDR. Die Videoaufzeichnungen werden für digitale Lehr-/Lernmodule aufbereitet und bieten fachübergreifend einen didaktisch operationalisierten Zugang zu zentralen Reflexionskategorien von Demokratiebildung sowie möglichen Vermittlungsstrategien: Freiheit und Unfreiheit in politischen Systemen, Menschenrechte, politisches Handeln und Resistenz.
Das Projekt ist eine Kooperation des Labors für Demokratiebildung und den Professuren für Politische Bildung (Prof. Inken Heldt) und Historische Bildung (Prof. Jessica Kreutz).
Es knüpft an Zeitzeugeninterviews an, die im Sommersemester 2025 gemeinsam mit Studierenden durchgeführt worden sind (siehe: Gespräch mit Bernd und Dr. Elke Dämmrich).
Gefördert durch den Lehrinnovationspool der Universität Passau.
Das erste Interview fand am 17. März 2026 im Medienzentrum statt (vgl. einen kurzen Bericht im Blog: "Oral History im TV-Studio: Ein Seminarkonzept schlägt Brücken zwischen Wissenschaft und Schule")

Aufbereitung des Stiftungsarchivs der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung für die Forschung
Der Archivbestand der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung umfasst Dokumente von zeithistorischem Wert, darunter zahlreiche Briefwechsel mit bekannten Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Kultur und Zeitgeschichte. Hinzu kommen biografische Unterlagen, die das Leben und Wirken von Reiner und Elisabeth Kunze in der DDR dokumentieren (1962-1977).
Aufbauend auf einem Digitalisierungsprojekt des Lehrstuhls für Computational Humanities der Universität Passau von 2019-2022, in dessen Rahmen rund 15.000 Digitalisate aus dem Archivbestand der Kunze Stiftung angefertigt und mit Metadaten versehen worden sind, soll der Bestand nun - soweit rechtlich möglich - der Forschung durch Onlinestellung weiter zugänglich gemacht werden.
Gefördert wird das Vorhaben durch die Landtagsfraktionen der Bayerischen Landesregierung (CSU/ Freie Wähler) (Beschluss des Bayerischen Landtags, Drucksache 19/5700, 11.3.2025).
Stimmen für die Demokratiebildung im Klassenzimmer
Prominente Stimmen aus dem In- und Ausland teilen in kurzen Videostatements ihre persönlichen Erfahrungen und Perspektiven zu zentralen Fragen der Demokratiebildung. Sie richten sich in ihrer Ansprache direkt an Schülerinnen und Schüler (Jugendliche). Diese kompakten „Short Messages“ bieten inspirierende Impulse für den Unterricht und lassen sich dank ihrer wenigen Minuten Länge flexibel einsetzen – etwa auch in der seit dem Schuljahr 2024/25 eingeführten Verfassungsviertelstunde an bayerischen Schulen.
Swetlana Tichanowskaja setzt einen kraftvollen Impuls für die Auseinandersetzung mit Freiheit, Verantwortung und demokratischer Teilhabe
Den Auftakt der neuen Reihe "Stimmen für die Demokratiebildung im Klassenzimmer" für Gymnasien, Real- und Mittelschulen bildet ein Videostatement von Swetlana Tichanowskaja, die 2020 erfolgreich als Präsidentschaftskandidatin in Belarus gegen den langjährigen Machthaber Aljaksandr Lukaschenka antrat und anschließend ins Exil gezwungen wurde. Heute gilt sie international als Symbol für friedlichen Widerstand gegen autoritäre Regime und für entschlossene weibliche Führungsstärke.
Auf Einladung des Labors für Demokratiebildung der Universität Passau hat Frau Tichanowskaja eine kurze Botschaft speziell für Schülerinnen und Schüler in Deutschland aufgenommen. Darin schildert sie eindrucksvoll das Leben in der belarussischen Diktatur und verdeutlicht zugleich, welchen Wert offene, demokratische Gesellschaften für das individuelle und gemeinschaftliche Leben besitzen.
