Das Forschungs- und Reflexionslabor für Demokratiebildung (kurz: Labor für Demokratiebildung) ist als interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung der Universität Passau in den Bereichen Forschung, Lehre und Transfer tätig. Es entwickelt insbesondere für künftige Lehrkräfte Angebote der politischen Bildung zur Stärkung einer offenen und liberalen Demokratie. Neben der Forschung und Lehre wird das Labor auch Bildungsangebote für die Öffentlichkeit schaffen. Es steht hierbei in enger Kooperation mit Vertretern der Zivilgesellschaft.
Das Labor öffnet Bildungs- und Reflexionsräume, um gemeinsam mit Studierenden den Wert von offenen Gesellschaften zu reflektieren und die Bedeutung von Grund- und Menschenrechten begreifbar zu machen.
Die Seiten des Labors für Demokratiebildung befinden sich derzeit im Aufbau. Wir bitten um etwas Geduld.
Für Ihre Fragen und Anregungen stehen wir derweil sehr gerne zur Verfügung:
Heute, am 7. Oktober 2026, beginnt die Frankfurter Buchmesse – und die Universität Passau ist im Rahmenprogramm mit dabei.
Gemeinsam präsentieren die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und die Universität Passau mit ihren tschechischen Partnern die Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet. Reiner Kunze und die tschechische Poesie“. Sie widmet sich Reiner Kunzes engen Verbindungen zur tschechischen Literatur und zeigt zugleich, wie eng Literatur, Freiheit und Widerstand gegen politische Repression in seinem Werk miteinander verbunden sind.
Anlässlich der Ausstellung hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ausführlich über die Forschungsarbeit zu Leben und Werk Reiner Kunzes an der Universität Passau und deren Vermittlung durch das Labor für Demokratiebildung berichtet. Der Beitrag von Antonia Krinninger vom 25. September 2026 mit vielen Zitaten von Dr. Linda von Keyserlingk trägt den programmatischen Titel „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“.
Damit ist zugleich ein zentrales Anliegen unserer Arbeit beschrieben: Literatur- und Zeitgeschichte nicht nur wissenschaftlich zu erforschen, sondern historische Quellen für die Gegenwart neu zu erschließen und für die historisch-politische Bildung zugänglich zu machen.
Vom 30. September bis zum 1. Oktober 2026 fand an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz das Forum „Lehrkräfte fördern | Demokratiebildung“ statt.
Die Tagung widmete sich vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, populistischer und extremistischer Strömungen sowie wachsender Herausforderungen im schulischen Alltag der Frage, wie Demokratiebildung nachhaltig in der Lehrkräftebildung verankert werden kann. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Hochschulen stellten hierzu bestehende Konzepte und Projekte vor und diskutierten Möglichkeiten ihrer institutionellen Verankerung.
Dr. Linda von Keyserlingk stellte in ihrem Impulsvortrag die Arbeit des Labors für Demokratiebildung an der Universität Passau vor und gab damit wichtige Anregungen für die wissenschaftliche Begleitung und Weiterentwicklung von Angeboten zur Demokratiebildung.
Die Tagung bot nicht nur Raum für fachlichen Austausch, sondern stärkte auch die Vernetzung von Hochschulen, Schulen und weiteren Akteurinnen und Akteuren der Lehrkräftebildung. Für das Labor für Demokratiebildung ergeben sich daraus wertvolle Impulse, Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe weiterzuentwickeln und nachhaltig in Bildungsinstitutionen zu verankern.
Im Rahmen der Wochen zur Demokratie in Passau erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Programm mit Diskussionsrunden, Workshops, Filmvorführungen, Lesungen, Konzerten und weiteren Formaten. Das Labor für Demokratiebildung der Universität Passau hat in Zusammenarbeit mit Uni-Live die Podiumsdiskussion „Demokratie unter Druck – Eine Diskussionsrunde in unruhigen politischen Zeiten“ entwickelt.
Im Mittelpunkt stehen demokratische Streitkultur und die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft. Die Professor*innen der Politikwissenschaft an der Universität Passau nehmen dabei aktuelle Herausforderungen in den Blick, ordnen politische Entwicklungen ein und diskutieren die Rolle ihres Fachs in politisch bewegten Zeiten. Die 90-minütige Veranstaltung wird von Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung, moderiert. Im Anschluss haben die Gäste Gelegenheit, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung unter unilive-campus@uni-passau.de ist jedoch erwünscht.
Veranstaltungstermin
21. Oktober 2026, 18:15 Uhr
Veranstaltungsort
Uni-Live Raum, Große Klingergasse 2a, Passau
Gäste
Prof. Dr. Inken Heldt,
Prof. Dr. Oliver Hidalgo,
Prof. Dr. Lars Rensmann,
Prof. Dr. Wolfram Scha\ar,
Prof. Dr. Bernhard Stahl
Moderation/Kontakt
Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, linda.keyserlingk-rehbein@uni-passau.de
In dem aktuellen Beitrag „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beleuchtet die Journalistin Antonia Krinninger anlässlich des 50. Jahrestags der Veröffentlichung von Reiner Kunzes Werk „Die wunderbaren Jahre“ dessen Leben und Wirken. Linda von Keyserlingk-Rehbein, Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kunze Stiftung ist hierfür zu ihrer Forschung und Projektarbeit interviewt worden.
Der Beitrag zeigt, wie Kunze in poetisch verdichteten Miniaturen den Blick auf die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und Menschen aus der DDR-Bevölkerung richtet, die keine öffentliche Stimme hatten. Seine Texte machen Repression, Überwachung und die Folgen individuellen Nonkonformismus sichtbar und erzählen zugleich von einer leisen, beharrlichen Form des Widerstands gegen das SED-Regime.
Zum Artikel: „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“, FAZ, 25.09.2026
Im Interview mit der Passauer Neuen Presse erläutert Prof. Dr. Inken Heldt die Arbeit des Labors für Demokratiebildung an der Universität Passau, welches wissenschaftliche Forschung, Lehrkräftebildung und gesellschaftlichen Dialog verbindet, um Menschen dazu zu befähigen, Demokratie und Menschenrechte zu verstehen, kritisch zu reflektieren, mitzugestalten und zu verteidigen. Thematisiert werden zudem die Defizite der politischen Bildung an Schulen, wie etwa zu geringe Stundenzahlen und fachfremder Unterricht, sowie die Frage, inwiefern Lehrkräfte gegenüber politischen Parteien neutral auftreten müssen. Das Gespräch wird durch persönliche Erfahrungen aus Prof. Dr. Inken Heldts Arbeit ergänzt, beispielsweise durch die Verunsicherung von Lehrkräften hinsichtlich der Frage, ob sie ein gewisses Thema im Unterricht ansprechen dürfen oder sich damit angreifbar machen.
Zum Interview: „Schule ist kein wertneutraler Ort“, PNP, 9.9.2026
Im Gespräch mit Innside Passau spricht Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein über die Bedeutung persönlicher Lebensgeschichten für die Demokratiebildung. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Mehrwert der Blick auf individuelle Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven für das Verständnis von Geschichte und demokratischem Zusammenleben bietet. Darüber hinaus wird erörtert, wie ein demokratisches Miteinander aktiv gestaltet werden kann und welche Rolle dabei Dialog, eine konstruktive Streitkultur und der Umgang mit sozialen Medien spielen.
Zum Interview: Geschichte mit Gesicht bei Innside Passau
Am 16. August 2026 feiert Reiner Kunze seinen 93. Geburtstag. Das Labor für Demokratiebildung der Universität Passau gratuliert ihm sehr herzlich! Wir nehmen den Geburtstag zum Anlass, um über aktuelle Fortschritte bei der Erschließung des Archivs der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und weiterer Projekte des Labors für Demokratiebildung mit Bezug zu Reiner Kunze zu berichten.
Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2026 präsentiert die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung die zweisprachige Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet.“ Reiner Kunze und die tschechische Poesie auf dem Vorplatz der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung der Universität Passau.
Die Ausstellung würdigt Reiner Kunzes enge Verbindung zur tschechischen Literatur und zeigt, wie Literatur Grenzen überwinden und zur Auseinandersetzung mit Freiheit und Demokratie anregen kann. Im Mittelpunkt stehen Kunzes Freundschaften mit den bedeutenden tschechischen Schriftstellern Ludvík Kundera, Milan Kundera und Jan Skácel. Zugleich beleuchtet die Ausstellung Kunzes Wirken als Übersetzer und literarischer Vermittler zwischen der tschechischen und der deutschen Poesie. Dabei verbindet sie die historischen Erfahrungen der Menschen in der damaligen Tschechoslowakei und der DDR mit Fragen, die auch für unsere demokratische Gegenwart von großer Bedeutung sind.
Anlässlich des Jahrestags des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 war Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung, zu Gast auf dem Roten Sofa des NDR. Die Passauer Historikerin sprach über ihr Buch „Nur eine ‚ganz kleine Clique‘? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944“ (2018), in dem sie das von der NS-Propaganda geprägte Bild einer „ganz kleinen Clique“ dekonstruiert. Mithilfe einer umfangreichen historischen Netzwerkanalyse macht sie die Vielfalt des Widerstands gegen das NS-Regime sichtbar. Im Gespräch unterstrich sie zudem die Bedeutung demokratischen Engagements zur Festigung von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit in einer liberalen Demokratie.
Die aufgezeichnete Sendung ist in der Mediathek des NDR/ARD abrufbar.
Das Labor für Demokratiebildung gestaltete und koordinierte für die Universität Passau das Programm rund um den 2026 erstmals gefeierten bundesweiten „Ehrentag des Grundgesetzes“ (Projektleitung Dr. Linda v. Keyserlingk). Unter dem Motto "Für dich. Für uns. Für alle." ist während der Aktionstage zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar geworden.
Vom 21. bis 23. Mai fanden in Passau vielseitige Veranstaltungen für Studierende, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die interessierte Öffentlichkeit statt.
Zur Projektseite der Aktionstage zum "Ehrentag des Grundgesetzes" (21.-23. Mai 2026)
Demokratie lebt vom Mitmachen. Im Rahmen der Aktionswoche an der Universität Passau zum Ehrentag des Grundgesetzes (Projektleitung Dr. Linda v. Keyserlingk, Geschäftsführung Labor für Demokratiebildung) wurde Demokratie auf vielfältige Weise erlebbar gemacht – durch Begegnung, Dialog und gemeinsames Nachdenken über gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Kultur.
Ein besonderes Highlight war das offene Dialogformat „Haltestelle. Demokratie vor Ort – Bring Dich ein und tausch Dich aus.“ am 23. Mai in der Passauer Innenstadt, organisiert vom Labor für Demokratiebildung und dem Forschungsprojekt TraUBe. Mitten im öffentlichen Raum entstanden spannende Gespräche, neue Perspektiven und ein lebendiger Austausch zwischen Bürgerinnen, Studierenden und Vertreterinnen aus Politik und Wissenschaft.
Zum Auftakt durften wir den Präsidenten der Universität Passau, Prof. Dr. Jan Schumann, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Passau, Andreas Rother, begrüßen, die sich aktiv an den interaktiven Stationen und Gesprächen beteiligten.
Eindrücke des Austausch- und Vernetzungstreffens zur Gestaltung der Verfassungsviertelstunde an Schulen am 21.5.2026 unter Leitung von Dr. Linda v. Keyserlingk, Dr. Sandra Kufner und Prof. Dr. Inken Heldt.
Die Teilnehmenden setzten sich dabei mit der Videoreihe „Stimmen für die Demokratiebildung im Klassenzimmer“ auseinander. Prominente Persönlichkeiten, wie z.B. die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, wenden sich darin direkt an Schülerinnen und Schüler und teilen ihre Perspektiven auf zentrale Fragen der Demokratiebildung.
Eine Kooperationsveranstaltung des Labors für Demokratiebildung mit den DiLabs des ZLF der Universität Passau.
Die Workshops wurden vom Labor für Demokratiebildung den DiLabs am ZLF, den Forschungsprojekt TaCT-FoRSED sowie dem studentischen Moderationsteam des Klimapuzzle-Projekts organisiert. Workshopleitungen: Patrick Urlbauer, Dr. Hannes Birnkammerer, Dr. Stefan Christoph, Gundula Koch und Elena Junghanns.