Am 16. August 2026 feiert Reiner Kunze seinen 93. Geburtstag. Das Labor für Demokratiebildung der Universität Passau gratuliert ihm sehr herzlich! Wir nehmen den Geburtstag zum Anlass, um über aktuelle Fortschritte bei der Erschließung des Archivs der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und weiterer Projekte des Labors für Demokratiebildung mit Bezug zu Reiner Kunze zu berichten.
Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2026 präsentiert die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung die zweisprachige Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet.“ Reiner Kunze und die tschechische Poesie auf dem Vorplatz der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung der Universität Passau.
Die Ausstellung würdigt Reiner Kunzes enge Verbindung zur tschechischen Literatur und zeigt, wie Literatur Grenzen überwinden und zur Auseinandersetzung mit Freiheit und Demokratie anregen kann. Im Mittelpunkt stehen Kunzes Freundschaften mit den bedeutenden tschechischen Schriftstellern Ludvík Kundera, Milan Kundera und Jan Skácel. Zugleich beleuchtet die Ausstellung Kunzes Wirken als Übersetzer und literarischer Vermittler zwischen der tschechischen und der deutschen Poesie. Dabei verbindet sie die historischen Erfahrungen der Menschen in der damaligen Tschechoslowakei und der DDR mit Fragen, die auch für unsere demokratische Gegenwart von großer Bedeutung sind.
Linda v. Keyserlingk zu Gast bei NDR „DAS! – Das Rote Sofa“
Anlässlich des Jahrestags des Attentats und Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 ist Linda v. Keyserlingk zu Gast in der NDR-Livesendung „DAS! – Das Rote Sofa“ (Sendezeit: 18:45-19:30 Uhr).
Im Gespräch geht es um die Vielfalt des Widerstands gegen das NS-Regime und das weit verzweigte Netzwerk der am Umsturzversuch Beteiligten. Auf Grundlage ihrer Dissertation „Nur eine ‚ganz kleine Clique‘? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944“ zeigt Keyserlingk, dass der Widerstand weit über die bekannten Hauptakteure hinausreichte. Ihre Forschung zeichnet die Verbindungen zwischen den Beteiligten nach und gibt neue Einblicke in die Struktur und Reichweite dieses Netzwerks.
Die Sendung bietet die Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse zu einem der bedeutendsten Widerstandsnetzwerke gegen die NS-Diktatur einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zugleich wird die Frage behandelt, warum die Erinnerung an den Widerstand vom 20. Juli 1944 bis heute von Bedeutung ist und welche Impulse sie für die Demokratiebildung geben kann.
Als Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung setzt sich Linda v. Keyserlingk dafür ein, historische Erkenntnisse mit aktuellen Fragen demokratischer Teilhabe, politischer Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Die Auseinandersetzung mit dem Widerstand gegen das NS-Regime leistet dabei einen wichtigen Beitrag zum Verständnis demokratischer Werte und ihrer Bedeutung für die Gegenwart.
Das Buch Nur eine ‚ganz kleine Clique‘? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944“ ist 2018 in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erschienen. Link zum Buch auf der Webseite des Lukas Verlags.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Im Rahmen der Aktionswoche an der Universität Passau zum Ehrentag des Grundgesetzes (Projektleitung Dr. Linda v. Keyserlingk, Geschäftsführung Labor für Demokratiebildung) wurde Demokratie auf vielfältige Weise erlebbar gemacht – durch Begegnung, Dialog und gemeinsames Nachdenken über gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Kultur.
Ein besonderes Highlight war das offene Dialogformat „Haltestelle. Demokratie vor Ort – Bring Dich ein und tausch Dich aus.“ am 23. Mai in der Passauer Innenstadt, organisiert vom Labor für Demokratiebildung und dem Forschungsprojekt TraUBe. Mitten im öffentlichen Raum entstanden spannende Gespräche, neue Perspektiven und ein lebendiger Austausch zwischen Bürgerinnen, Studierenden und Vertreterinnen aus Politik und Wissenschaft.
Zum Auftakt durften wir den Präsidenten der Universität Passau, Prof. Dr. Jan Schumann, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Passau, Andreas Rother, begrüßen, die sich aktiv an den interaktiven Stationen und Gesprächen beteiligten.
Das Labor für Demokratiebildung gestaltet und koordiniert für die Universität Passau das Programm rund um den 2026 erstmals gefeierten bundesweiten „Ehrentag des Grundgesetzes“. Unter dem Motto "Für dich. Für uns. Für alle." soll während der Aktionstage zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar werden.
Vom 21. bis 23. Mai finden in Passau vielseitige Veranstaltungen für Studierende, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die interessierte Öffentlichkeit statt.
Der aktuelle Democracy-Report des Varieties of Democracy Institute der Universität Göteborg (Schweden) verdeutlicht die weltweite Ausbreitung von Autokratien und das Schwinden von liberalen Demokratien.
Am Tag der Demokratiegeschichte, dem 18. März 2026, widmet das ZDFheute dem Thema einen ausführlichen Beitrag und lässt die Demokratieforscherin Marina Nord von der Universität Göteborg zu Wort kommen.