Dr. Melanie Radue
Biographie

Melanie Radues akademische Arbeit konzentriert sich auf Themen der internationalen Kommunikation mit dem Schwerpunkt auf Polarisierung, Desinformation, Mediensysteme und Journalismuskulturen im internationalen Vergleich. Sie promovierte an der Friedrich-Alexander-Universität zum Thema „Media systems in non-Western contexts. Media freedom in Southeast Asia“. Zu ihren aktuellen Forschungprojekten gehören Demokratisierung/Autokratisierung und Medien, vergleichende Mediensysteme und Moralische Paniken. Melanie war Teil des Forschungsnetzwerks „cosmopolitical communication science“ und widmet sich weiterhin der Frage, wie Forschungs- und Lehrstrukturen diversifiziert und internationalisiert werden können. Neben ihrer akademischen Tätigkeit arbeitet Melanie in Projekten, in denen sie Exiljournalist*innen aus Myanmar unterstützt.
Forschungsschwerpunkte
Internationale Kommunikation, vergleichende Mediensystemforschung, Polarisierung, Desinformation, Medienfreiheit, soziale Bewegungen, Mediensysteme und Demokratisierung/Autokratisierung, Qualitative Netzwerkanalyse, qualitative und quantitative Befragungen und Inhaltsanalysen
Aktuelle Forschung
In ihrem von der Bayerischen Gleichstellung geförderten Post-Doc Projekt “Netzwerke, Kontext und Medienkontrolle” untersucht sie die Beziehung zwischen Mediendynamiken, diskursiver Polarisierung und dem Wandel zur extremen Rechten. Sie konzentriert sich auf das Phänomen der moralischen Paniken (Moral Panics), also Phasen öffentlicher Besorgnis, in denen Medien und politische Akteure bestimmte Ereignisse, Gruppen oder Verhaltensweisen als Bedrohung gesellschaftlicher Werte konstruieren und vergleicht Diskurse in Deutschland und Malaysia, gemeinsam mit der Nottingham University Malaysia (mit Dr. Gayathry Venkiteswaran).
Vergangene Projekte
DFG-Netzwerk „Kosmopolitische Kommunikationswissenschaft“
Eine Übersicht zum Netzwerk findet sich hier.
Dr. Melanie Radue war Gründungsmitglied des DFG-Netzwerkes „Kosmopolitische Kommunikationswissenschaft“. Das Netzwerk trieb langfristig einen Prozess der „tiefen Internationalisierung“ der Kommunikationswissenschaft in Forschung, Lehre und Hochschulstrukturen voran. Im Rahmen des Vorhabens wurden dazu wesentliche Schritte unternommen, um der scientific community konkrete Anhaltspunkte für einen solchen Prozess hin zu einer kosmopolitischen Kommunikationswissenschaft (KW) aufzuzeigen. Dies umfasste drei zentrale Pfeiler, die in Teilvorhaben umgesetzt wurden: (1) eine systematische Bestandsaufnahme des Status quo der deutschen KW im Hinblick auf strukturelle und inhaltliche Internationalisierung (Mapping), (2) die Perspektivierung einer kosmopolitischen Forschungs- und Lehragenda mittels eines Handbuchs sowie (3) die Integration des wissenschaftlichen Nachwuchses zur nachhaltigen Implementierung internationaler und transkultureller Themen.
Dazugehörige Publikationen:
Das Buch „Cosmopolitan Communication Studies: Toward Deep Internationalization” ist ein Kern-Ergebnis der Netzwerk-Arbeit. Herausgegeben von Carola Richter, Melanie Radue, Christine Horz-Ishak, Anna Litvinenko, Hanan Badr und Anke Fiedler umfasst der Band 15 Beiträge, die eine Kosmopolitisierung der Kommunikationswissenschaft plastisch werden lassen. Der Band schlägt eine „tiefe Internationalisierung“ der Kommunikationswissenschaft vor, indem er Einblicke und Orientierungshilfen bietet, wie eine kosmopolitische Perspektive in verschiedenen Teilbereichen unserer Disziplin integriert werden kann. Aufbauend auf Debatten über De-Westernisierung und Kosmopolitismus plädieren die Autor:innen für die Einbeziehung sowohl globaler als auch lokaler Perspektiven sowie kontextgeleiteter Ansätze. Sie argumentieren, dass das Anerkennen und Einbeziehen von Epistemologien, Themen und Methodologien aus unterschiedlichen Regionen, Kontexten und Hintergründen die Vielschichtigkeit und Relevanz unserer Disziplin erweitern und ein inklusiveres sowie bedeutungsvolleres Verständnis in der Kommunikationswissenschaft fördern wird.
Das Buch ist bei transcript erschienen und kann kostenfrei als Open Access-Ausgabe hier heruntergeladen werden.
Richter, C., Radue, M., Horz-Ishak, C., Litvinenko, A., Badr, H., & Fiedler, A. (Hrsg.) (2025). Cosmopolitan Communication Science: Towards Deep Internationalization. Transcript.
- Evaluationsstudie zu Personal- und Forschungsstrukturen sowie Lehrprogrammen in der deutschen Kommunikationswissenschaft im Hinblick auf deren „tiefe Internationalisierung“:
Der Beitrag präsentiert und diskutiert die Ergebnisse einer umfassenden Befragung und mehrerer Dokumentenanalysen zu Personal- und Forschungsstrukturen sowie Lehrprogrammen in der deutschen Kommunikationswissenschaft im Hinblick auf deren „tiefe Internationalisierung“ bzw. kosmopolitische Ausrichtung. Darunter verstehen wir eine umfassende Anerkennung und Einbindung globaler Vielfalt in die Wissensproduktion und messen dies entlang der Inhalts- und Raumdimension des Forschungs- und Lehroutputs der Professuren und der mit ihnen verbundenen Stellenstrukturen. Die Befunde zeigen, dass die deutsche Kommunikationswissenschaft einen großen Nachholbedarf hat, was eine kosmopolitische Wissensproduktion angeht. Vor dem Hintergrund der Relevanz globaler Werte, globalen Wissens und Global Governance werden aber auch Potentiale aufgezeigt sowie hochschulpolitische Maßnahmen diskutiert, die eine inhaltliche Internationalisierung der deutschen Kommunikationswissenschaft vorantreiben können.
Richter, C., Grüne, A., Hafez, K., Fiedler, A., Behmer, M., Horz-Ishak, C., Badr, H., Litvinenko, A., Hahn, O., Radue, M., Sarısakaloğlu, A., Löffelholz, M., Fengler, S., Illg, B., Hamidi, K., Hanitzsch, T., & Thomaß, B. (2023). Die „tiefe Internationalisierung“ der deutschen Kommunikationswissenschaft? Eine Evaluation der Personal- und Forschungsstrukturen sowie der Lehrprogramme deutscher Hochschulen. Global Media Journal – German Edition, 13(1). https://doi.org/10.22032/dbt.57904
- Positionspapier:
Das wissenschaftspolitischen Positionspapier erläutert Defizite und Lösungsansätze zur “tiefen Internationalisierung” in der deutschen Kommunikationswissenschaft (erschienen in Publizistik 3/2020).
Badr, H., Behmer, M., Fengler, S., Fiedler, A., Grüne, A., Hafez, K., Hahn, O., Hamidi, K., Hanitzsch, T., Horz, C., Illg, B., Litvinenko, A., Löffelholz, M., Radue, M., Richter, C., Thomaß B., & Töpfl F. (2020). Kosmopolitische Kommunikationswissenschaft: Plädoyer für eine „tiefe Internationalisierung“ des Fachs in Deutschland. Publizistik 65, 295–303. https://doi.org/10.1007/s11616-020-00576-6
- Debattenpapier:
Fiedler, A., George, C., Mano, W., Radue, M., Richter, C., Rodny-Gumede, Y., & Serwornoo, M. Y. W. (2025). A Critical Dialogue on the Cosmopolitan Turn in Communication Studies: Interventions by Cherian George, Winston Mano, Michael Yao Wodui Serwornoo and Ylva Rodny-Gumede. A conversation convened by Melanie Radue, Carola Richter, and Anke Fiedler. Global Media Journal - German Edition, 15(2)
Publikationen
Radue, M. (2025). Review of MALAYSIAKINI AND THE POWER OF INDEPENDENT MEDIA IN MALAYSIA. Janet Steele. Pacific Affairs, vol. 98, no. 4. pacificaffairs.ubc.ca/book-reviews/malaysiakini-and-the-power-of-independent-media-in-malaysia-by-janet-steele/ Radue, M., Richter, C., & Mack, J. (2025). A Context-led Approach to Media Systems Research. In C. Richter, M. Radue, C. Horz-Ishak, A. Litvinenko, H. Badr, A. Fiedler (Hrsg.). Cosmopolitan Communication Science: Towards Deep Internationalization. Transcript. Radue, M., Eckerl, T., Hahn, O., & Illg, B. (2025). Prefix Journalisms: Selected Concepts and Their Cosmopolitan Potentials and Pitfalls. In C. Richter, M. Radue, C. Horz-Ishak, A. Litvinenko, H. Badr, A. Fiedler (Hrsg.). Cosmopolitan Communication Science: Towards Deep Internationalization. Transcript. Richter, C., Radue, M., Horz-Ishak, C., Litvinenko, A., Badr, H., & Fiedler, A. (Hrsg.) (2025). Cosmopolitan Communication Science: Towards Deep Internationalization. Transcript. Radue, M., & Godole, J. (2024). Elite Continuity and Media Transformations. A Comparative Analysis of Albania and Myanmar. Medien & Zeit, 2/2024. Prinzing, M., Keßler, M. & Radue, M. (2024). Berichten über Leid und Katastrophen. Die Ahrtalflut 2021 aus Betroffenen- und Mediensicht sowie Lehren für künftige Krisen. OBS-Arbeitsheft 114. Richter, C., Grüne, A., Hafez, K., Fiedler, A., Behmer, M., Horz-Ishak, C., Badr, H., Litvinenko, A., Hahn, O., Radue, M., Sarısakaloğlu, A., Löffelholz, M., Fengler, S., Illg, B., Hamidi, K., Hanitzsch, T., & Thomaß, B. (2023). Die „tiefe Internationalisierung“ der deutschen Kommunikationswissenschaft? Eine Evaluation der Personal- und Forschungsstrukturen sowie der Lehrprogramme deutscher Hochschulen. Global Media Journal – German Edition, 13(1). doi.org/10.22032/dbt.57904 Radue, M. (2022) Comparing Impacts on Media Freedom in Southeast Asia – Connotative Context Factors in Malaysia, Myanmar, and Thailand. Global Media and CommunicationVol. 18(2), 157–179. doi.org/10.1177/17427665221097852 Radue, M. (2021). Review of Arab Media Systems. Carola Richter & Claudia Kozman (Hrsg.), Medien & Kommunikationswissenschaft 69(3), 445-446. Badr, H., Behmer, M., Fengler, S., Fiedler, A., Grüne, A., Hafez, K., Hahn, O., Hamidi, K., Hanitzsch, T., Horz, C., Illg, B., Litvinenko, A., Löffelholz, M., Radue, M., Richter, C., Thomaß B., & Töpfl F. (2020). Kosmopolitische Kommunikationswissenschaft: Plädoyer für eine „tiefe Internationalisierung“ des Fachs in Deutschland. Publizistik 65, 295–303. doi.org/10.1007/s11616-020-00576-6 Radue, M. (2020). Review of Measuring Global Media Freedom. The Media Freedom Analyzer as a new assessment tool. Schneider, Laura. Publizistik 65, 695–697. doi.org/10.1007/s11616-020-00613-4 Radue, M. (2019). Harmful Disinformation in Southeast Asia: “Negative Campaigning”, “Information Operations” and “Racist Propaganda” – Three Forms of Manipulative Political Communication in Malaysia, Myanmar, and Thailand. JCEA, 18(2), Special Issue: 'Media Manipulation, Fake News and Misinformation in the Asia-Pacific Region', 68-89. DOI: 10.17477/jcea.2019.18.2.068 Radue, M. (2017). Networked Flows of Information in Myanmar´s Pro-Democracy Movement. In J. Dee (Hrsg.). From Tahrir Square to Ferguson: Social Networks as Facilitators of Social Movements (S. 395-429). New York: Peter Lang Publishing. Radue, M., & Bullerdieck, L. (2015). Who Holds Communication Power? An Analysis of Power Relations Shifts within the Media Reform in Myanmar. In N. C. Schneider & C. Richter (Hrsg.) New Media Configurations and Socio-Cultural Dynamics in Asia and the Arab World (S. 37-61). Baden-Baden: Nomos/Bloomsbury. doi.org/10.5771/9783845253923 Radue, M. (2014). Das Internet in Malaysia – Hoffnung für die Meinungsfreiheit? Südostasien 1/2014. Radue, M. (2013). Review of Freedom of Expression Revisited. Citizenship and Journalism in the Digital Era. Ulla Carlsson (Hrsg.), Medien & Kommunikationswissenschaft, 62(3), 461-462 Radue, M. (2012). The Internet´s Role in the Bersih Movement in Malaysia – A Case Study. International Review of Information Ethics (Vol. 18), 60-70.doi.org/10.29173/irie304 |