Forschung
Forschungsprojekte
Die Forschung am Lehrstuhl konzentriert sich auf Entwicklungspolitik, internationale Entwicklung, soziale Bewegungen, Demokratisierung und digitale Medien, insbesondere in Ost- und Südostasien. Im Mittelpunkt stehen die tiefgreifenden Veränderungen internationaler Entwicklung, die in inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten an der Fakultät für Sozial- und Bildungswissenschaften der Universität Passau untersucht werden.
Zu den zentralen Forschungsfeldern zählen Digitalisierung, "Networked Society" und (Internet-)Kulturen. Analysiert werden politische, soziale, historische, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten mithilfe kritischer sozialwissenschaftlicher Ansätze. Besonderes Augenmerk gilt Phänomenen der Digitalisierung wie sozialen Medien, der Plattformökonomie, Künstlicher Intelligenz sowie digitalen Infrastrukturen – etwa industriellen digitalen Infrastrukturen und Chinas Belt and Road Initiative.
Vor diesem Hintergrund untersucht der Lehrstuhl zudem, wie digitale Infrastrukturen und vernetzte Medien mit sozialen Bewegungen, kollektivem Gedächtnis und alltäglichen politischen Praktiken verwoben sind. Dazu gehört die Analyse der Frage, wie jüngere Generationen mit historischen Erfahrungen und gesellschaftlichen Ungleichheiten umgehen und wie umfassendere regionale und globale Entwicklungen lokale Erfahrungen von Demokratisierung prägen. Der Forschungsansatz verbindet dabei lokale und globale Perspektiven im Rahmen der Critical Regional Studies.
Forschungsschwerpunkte
- Platformisierung, neue Formen von Authoritarismus und die Zukunft der Demokratie
- Soziale Medien und Politische Mobilisierung
- Polarisierung, Desinformation, Mediale Systeme und Demokratisierung/Autokratisierung
- Internationale Entwicklung und Infrastruktur Projekte im Kontext von China's Aufstieg
Forschungsprogramm
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs befindet sich das internationale Entwicklungssystem angesichts globaler Herausforderungen wie des Klimawandels, der COVID-19-Pandemie sowie der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten in einem tiefgreifenden Wandel. Diese Krisen haben institutionelle Schwächen offengelegt und autoritären Regimen zusätzlichen Handlungsspielraum eröffnet. Die daraus resultierende Legitimitätskrise steht im Zusammenhang mit dem Übergang von einer US-geprägten internationalen Ordnung hin zu einer neuen globalen Konstellation, in der China als eine zentrale Macht auftritt und insbesondere von der Europäischen Union und den USA als alternatives Modell von Governance wahrgenommen wird. Die digitale Revolution beschleunigt diese wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Transformationsprozesse. Besonders deutlich zeigen sich diese Entwicklungen in Südostasien – einer Region, die durch groß angelegte Infrastrukturprojekte, die Folgen des Klimawandels, die weite Verbreitung sozialer Medien, ihre geografische Nähe zu China sowie ihre Einbindung in die Belt and Road Initiative geprägt ist. Während Länder wie Thailand, Myanmar und die Philippinen zunehmend autoritäre Tendenzen aufweisen, entstehen zugleich neue Demokratiebewegungen, die in ihrer Dynamik mit dem Arabischen Frühling vergleichbar sind.