In dem aktuellen Beitrag „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beleuchtet die Journalistin Antonia Krinninger anlässlich des 50. Jahrestags der Veröffentlichung von Reiner Kunzes Werk „Die wunderbaren Jahre“ dessen Leben und Wirken.
Der Beitrag zeigt, wie Kunze in poetisch verdichteten Miniaturen den Blick auf die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und Menschen aus der DDR-Bevölkerung richtet, die keine öffentliche Stimme hatten. Seine Texte machen Repression, Überwachung und die Folgen individuellen Nonkonformismus sichtbar und erzählen zugleich von einer leisen, beharrlichen Form des Widerstands gegen das SED-Regime.
Im Rahmen des Beitrags kommt Linda von Keyserlingk-Rehbein, Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kunze Stiftung, mehrfach zu Wort. Sie erläutert, wie Reiner Kunzes umfangreiches Archiv dazu beiträgt, die Hintergründe des Werks zu erschließen. Die dort überlieferten Briefe, Gesprächsprotokolle, Fotografien und weiteren Dokumente belegen die authentischen Erfahrungen, die in „Die wunderbaren Jahre“ eingeflossen sind. Seit 2019 wird das Archiv gemeinsam mit dem Labor für Kulturdigitalisierung der Universität Passau digitalisiert und wissenschaftlich erfasst. Inzwischen umfasst die Datenbank rund 20.000 Digitalisate aus mehr als 5.000 Dokumenten und Objekten.
Darüber hinaus spricht Linda von Keyserlingk-Rehbein über die anhaltende Aktualität von Kunzes Literatur. Seine Texte ermöglichen einen Perspektivwechsel, machen die Lebenswirklichkeit in einer Diktatur erfahrbar und zeigen, wie Literatur zur Auseinandersetzung mit Macht, Anpassung und Widerstand beitragen kann.
Zum Artikel: „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“, FAZ, 25.09.2026