Heute, am 7. Oktober 2026, beginnt die Frankfurter Buchmesse – und die Universität Passau ist im Rahmenprogramm mit dabei.
Gemeinsam präsentieren die Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung und die Universität Passau mit ihren tschechischen Partnern die Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet. Reiner Kunze und die tschechische Poesie“. Sie widmet sich Reiner Kunzes engen Verbindungen zur tschechischen Literatur und zeigt zugleich, wie eng Literatur, Freiheit und Widerstand gegen politische Repression in seinem Werk miteinander verbunden sind.
Anlässlich der Ausstellung hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ausführlich über die Forschungsarbeit zu Leben und Werk Reiner Kunzes an der Universität Passau und deren Vermittlung durch das Labor für Demokratiebildung berichtet. Der Beitrag von Antonia Krinninger vom 25. September 2026 trägt den programmatischen Titel „Nehmt die Literatur und macht euch widerständig“.
Damit ist zugleich ein zentrales Anliegen unserer Arbeit beschrieben: Literatur- und Zeitgeschichte nicht nur wissenschaftlich zu erforschen, sondern historische Quellen für die Gegenwart neu zu erschließen und für die historisch-politische Bildung zugänglich zu machen.
Eine wichtige Grundlage dafür bildet die umfangreiche Digitalisierung und Erschließung der Archivbestände der Reiner und Elisabeth Kunze Stiftung an der Universität Passau. Die Arbeiten werden derzeit fortgeführt und um neue digitale Methoden ergänzt.
Wie aus dieser wissenschaftlichen Arbeit historisch-politische Bildungsangebote entstehen können, zeigt sich derzeit in Frankfurt: Die Ausstellung „Ich habe die tschechische Sprache geheiratet. Reiner Kunze und die tschechische Poesie“ ist noch bis zum 30. Oktober 2026 auf dem Vorplatz der Deutschen Nationalbibliothek zu sehen – rund um die Uhr und frei zugänglich.
Begleitend bietet das Labor für Demokratiebildung gemeinsam mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek Workshops für Schulklassen zum Thema „Exil und politische Lyrik von 1933 bis heute“ an. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dabei mit der Frage auseinander, wie Literatur Erfahrungen von Unfreiheit, Exil und politischer Repression sichtbar machen – und wie Sprache selbst zu einem Mittel von Selbstbehauptung und Widerstand werden kann.
In diesem Projekt verbinden sich damit drei Arbeitsfelder, die für das Labor für Demokratiebildung eng zusammengehören: wissenschaftliche Forschung, die Erschließung historischer Quellen mit digitalen Methoden und historisch-politische Bildungsarbeit.
Im Zentrum steht eine Frage, die Reiner Kunzes Werk bis heute aktuell macht: Was können Literatur und Sprache dazu beitragen, Freiheit zu behaupten und Menschen gegenüber autoritären und totalitären Zumutungen widerstandsfähig zu machen?